Aufstand von Lehrern gegen jene Kollegen, die das Pädagogen-Image schädigen? Schulkritik!
 

 

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Kritische Schüler wehren sich … nur weiter so!

„Profi-Lehrer” mit offenem Hosenstall diskriminiert Schüler und Kollegen

Aufgrund des staatlichen Erziehungsauftrags sind Lehrer auch Vorbilder. Wünschenswert wären daher: ein Mindestmaß an Anstand; auch den Schülern Respekt und Würde gewähren; Kleidung wie ein Penner vermeiden; nicht verächtlich über abwesende Kollegen herziehen; Schüler nicht diskriminieren und sinnlos drangsalieren; peinliche Angeberei vermeiden und Schülerkritik nicht mit Strafandrohung beantworten – Unverschämte Verächtlichmachung eines Berufsstands? Aber nicht bei Schulkritik! Hier wird nur der Auftritt eines Oberstudienrats mit 30 Jahren Unterrichtspraxis beschrieben, der eigenständig dafür sorgt!

Vertretungsstunde (U+) in der Klasse 8a der Rabanus-Maurus-Schule (Domgymnasium) in Fulda am 23. Nov. 2006. Den Klassenraum betrat ein Mann mit lila Jacke, kariertem Hemd, alter Jeanshose und Turnschuhen mit Klettverschluß. Sein „Hosenstall“ (mit Reißverschluß) stand offen und ein Stück kariertes Hemd schaute dort heraus:

Ich bin Profi-Lehrer mit 30 Jahren Unterrichtserfahrung als Oberstudienrat und bisher noch mit Jedem fertig geworden!

Nachdem er den Schülern klargemacht hatte, daß sie dumm seien („Ihr könnt alle nichts!“), zog er abwertend über jenen Lehrerkollegen her, für den er die Vertretung übernommen hatte:

Bei dem ist alles schlecht organisiert, der kann es nicht und ist auch nur ein Referendar.“

Ansonsten war Zucht und Ordnung angesagt: Der Gang auf die Toilette (während einer Gruppenarbeit, 30 Min. vor der Pause!) war ebenso wie das Herausholen eines Taschentuchs verboten: der Lehrer selbst besorgte ein Tuch, das nach dem Naseputzen auf dem Tisch liegenbleiben mußte.

Als er einen der Schüler als „Dicker“ herabwürdigte, dieser sich darüber beschwerte und androhte, sich an die Klassenlehrerin zu wenden, spitzte sich die Situation zu. Ein anderer Schüler übte Zivilcourage und versuchte, den Kameraden zu verteidigen („Das ist diskriminierend!“).

Einer der Schüler skizzierte das Erscheinungsbild des Oberstudienrats

Der Oberstudienrat wandte sich nun dem neuen Opfer zu („Ich könnte dich jetzt auch als Schwätzer bezeichnen“) und griff dann in die Trickkiste seiner langjährigen Praxis: Drohung mit Klassenbucheintrag, Vergabe schlechter Noten und Anruf bei den Eltern.

Schließlich drohte auch er mit Einschaltung der Klassenlehrerin. Und es blieb nicht bei der Drohung: Zusammen mit den beiden betroffenen Schülern verließ er nun die Klasse und begab sich in Richtung Schulsekretariat, um die Klassenlehrerin aufzusuchen.

Das ging nun auch den Mitschülern zu weit! Die gesamte Klasse übte Solidarität, lief den Dreien hinterher und füllte die Gänge des Domgymnasiums. Eine solche Reaktion hatte der Profi-Lehrer nicht vorausgesehen. Verunsichert kehrte er um und der Schülerzug orientierte sich zurück in Richtung Klassenzimmer.

Und wie endete der Vorfall: Aufgebrachten Eltern versicherte der Schulleiter, dieser Lehrer würde ab sofort keinen Unterricht mehr erteilen.

Künftig an einer anderen Schule!? „The same procedure as every day, Mr. Oberstudienrat!" Wie wär’s mit einer Freddie-Frinton-Vertretungsstunde bei Sir Toby, Admiral von Schneider, Mr. Pommeroy und Mr. Winterbottom? Nein, nicht am 90. Geburtstag von Miss Sophie, sondern am 50. Geburtstag der Bildungsmisere!

Hausaufgaben für Lehrer

Recherche: Was machen eigentlich die vielen Schüler – die sich im Verlauf von 30 Jahren Unterricht an dem Vorbild des „Profi-Oberstudienrat-Lehrers“ orientierten – heute?

Analyse: Woran liegt es bloß, daß Lehrer einen so schlechten Ruf haben?

Brainstorming: Das Image eines Berufsstands wird weniger durch unwahre Behauptungen und üble Nachrede, als vielmehr durch Vorfälle wie den oben beschriebenen beschädigt. Wie sollten sich Lehrer mit vorbildlichem Verhalten gegenüber solchen Kollegen verhalten? Das monotone Bedauern der Lehrerverbände hilft hier nicht weiter und wird in der Öffentlichkeit als peinlich und langweilig empfunden. Neue Ideen sind gefragt!

Diskussion: Wenn sich die weitaus überwiegende Mehrzahl der Lehrer korrekt verhält – ist es dennoch richtig, solche Vorfälle zu veröffentlichen? Führt das Vertuschen des Fehlverhaltens einzelner Lehrer nicht gerade dazu, daß diese ungestört weitermachen? Tragen Lehrer, die lieber wegschauen, nicht eine Mitschuld am schlechten Berufsimage?

pdf / FD106 / 10.2008



www.elternkritik.de (16.10.08)

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